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Regulieren statt Ignorieren!

3. September 2015 · Keine Kommentare

Private Smartphones und Tablets in Verwaltungen als Gewinn individueller Produktivität

Das Interview führte Carsten Köppl

Erlauben, verbieten oder einfach ignorieren? Viele Verwaltungsmitarbeiter nutzen ihre privaten Smartphones und Tablets auch beruflich. Prof. Dr. Dr. Björn Niehaves vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik an der Universität Siegen führte in Zusammenarbeit mit dem Nationalen E-Government Kompetenzzentrum (NEGZ) eine der bislang größten Befragungen zur Nutzung privater Endgeräte in der öffentlichen Verwaltung durch. Im Interview plädiert Niehaves dafür, IT-Consumerization nicht mehr nur als Herausforderung für die IT-Sicherheit zu betrachten, sondern als wichtigen Beitrag zur Produktivitätserhöhung.

Behörden Spiegel: Sie haben 400 Kommunalverwaltungen zu ihrem Umgang mit privaten Smartphones und Tablets befragt. Was sind die wichtigsten Ergebnisse?

Niehaves: Von allen Situationen in denen private Geräte für dienstliche Zwecke gebraucht werden, geschieht dies in 72 Prozent ohne Erlaubnis. Das heißt also in 72 Prozent der Fälle nutzen Mitarbeiter private Geräte in der Verwaltung für die Arbeit und tun dies ohne Erlaubnis der IT und der Verwaltungsleitung.
Außerdem: IT-Consumerization wird sehr oft aus technischer Perspektive und aus Sicht der IT-Sicherheit gesehen. Was machen wir, wenn die Mitarbeiter ihre privaten Geräte mit zur Arbeit bringen? Kriegen wir das hin? Was ist mit den Daten? Dabei bleiben allerdings Themen wie Innovation und Produktivität auf der Strecke. Das ist ein Kernergebnis der Studie: IT-Consumerization muss in einem größeren Kontext gesehen werden. Verwaltungen müssen sich auch gegenüber dem demografischen Wandel und den damit verbundenen Produktivitätserfordernisse aufstellen. Durch die neuen Möglichkeiten der individuellen Informationstechnologie, die Mitarbeiter nutzen können und wollen, wird Produktivität zunehmend individuell gestaltbar.

 

"Ein pauschales Verbot privater Geräte aus Gründen des Datenschutzes ist eigentlich nur eine Schutzbehauptung mancher, um nichts tun zu müssen", sagt Prof. Dr. Dr. Björn Niehaves, Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der Universität Siegen. Foto: privat

„Ein pauschales Verbot privater Geräte aus Gründen des Datenschutzes ist eigentlich nur eine Schutzbehauptung mancher, um nichts tun zu müssen“, sagt Prof. Dr. Dr. Björn Niehaves, Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der Universität Siegen. Foto: privat

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Zurück ins Spiel

31. Juli 2015 · 1 Kommentar

Kommentar zur Berufung von Klaus Vitt als IT-Staatssekretär

Autor: Carsten Köppl

Sah es noch vor ein paar Monaten so aus, als verliere das Bundesministerium des Innern im Bereich der Bundes-IT rapide an Macht, Bedeutung und regierungsinternen Rückhalt, so meldet sich das Ressort nun mit einem Paukenschlag zurück: ein beamteter Staatssekretär für IT – erstmalig in der Geschichte Deutschlands. Und Klaus Vitt ist die ideale Besetzung.

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Wenn möglich in die Public Cloud

10. Juli 2015 · Keine Kommentare

IT-Konsolidierung und Cloud-Strategie in der Schweizer Verwaltung

Das Interview führte Carsten Köppl.

Der Einsatz von Cloud-Technologie ist derzeit ein wichtiger Trend in der IT der öffentlichen Verwaltung. Im europäischen Vergleich ist die Schweiz einer der Vorreiter, gerade im Einsatz von Public Clouds. Der Behörden Spiegel sprach mit Peter Fischer, Delegierte für die Informatiksteuerung des Bundes, über die Cloud-Strategie der Schweiz und die anstehende IT-Konsolidierung der Rechenzentren.

Teil 3: Cloud-Strategie der Schweiz  Die Bundesregierung will ein Bundesrechenzentrum und eine "Bundescloud" errichten. Daher stellt der Behörden Spiegel in dieser neuen, losen Serie interessante Beispiele für IT-Konsolidierung und Cloud-Strategien vor.

Teil 3: Cloud-Strategie der Schweiz
Die Bundesregierung will ein Bundesrechenzentrum und eine „Bundescloud“ errichten. Daher stellt der Behörden Spiegel in dieser neuen, losen Serie interessante Beispiele für IT-Konsolidierung und Cloud-Strategien vor.

Behörden Spiegel: Im April hat das Schweizer Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) eine Ausschreibung zur Erstellung einer Private Cloud für die Bundesverwaltung bekannt gegeben. Was umfasst diese Private Cloud?

Fischer: Die Ausschreibung, die Sie ansprechen, betrifft die Beschaffung und den Aufbau einer Infrastruktur für eine Private Cloud. Als erstes sollen einfache Infrastrukturservices angeboten werden, wie die Bereitstellung eines Servers mit Windows oder Linux und des benötigten Speicherplatzes. Diese sollen über das Web bestellt und abbestellt werden können. Bereitstellung und Verrechnung sollen automatisiert und zeitnah erfolgen. Damit verändert sich die Art zu produzieren und wir gewinnen an Flexibilität.

Behörden Spiegel: Seit 2012 bereits hat die Schweiz eine Cloud-Strategie für die Verwaltung. Was umfasst diese Strategie?

Fischer: Der Kern dieser Strategie ist folgender: Wir wollen für die Behörden die Vorteile der Cloud nutzen und gleichzeitig die Risiken so weit wie möglich im Griff behalten. Nun sind Vorteile insbesondere natürlich bei Skalen-Effekten, sprich Wirtschaftlichkeit, und bei Flexibilität vorhanden. Für Daten und Anwendungen, von denen wir aus Schutzbedarfsüberlegungen heraus überzeugt sind, dass sie intern betrieben werden müssen, entwickeln wir eine Private Cloud. Bei Daten und Anwendungen, die mit Sicherheit unproblematisch sind, soll, wenn immer möglich, das Potenzial geprüft werden, in die Public Cloud zu gehen. Wir haben bereits Beispiele dafür. Dann wird es noch etwas dazwischen geben, eine Art Community Cloud, bei der sich Behörden zusammenschließen und gemeinsam eine Cloud bilden und auch privatwirtschaftliche Angebote mit gewissen Einschränkungen für die Behörden bereitstellen.

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Eine G-Cloud für die öffentliche Verwaltung in Deutschland?

2. Juli 2015 · 1 Kommentar

Autor: Dr. Sönke E. Schulz, ÖPP Deutschland AG (Partnerschaften Deutschland)

Liest man den Bericht über die Etablierung und Funktionsweise der britischen Government-Cloud (G-Cloud), drängt sich schnell die Frage auf, warum solche Modelle in der deutschen Verwaltung nicht – noch nicht? – realisiert sind. Vor mittlerweile fast fünf Jahren hat Prof. Heckmann in diesem Blog einen elektronischen „E-Government-Marketplace“ vorgedacht. Die Idee der cloudbasierten Fachverfahren 2.0 ist keineswegs neu. Dennoch befassen sich bundesdeutsche, noch dazu föderale Cloud-Initiativen weiterhin mit der gemeinsamen Nutzung von Speicherplatz, Rechenleistung und – wenn überhaupt – Standardsoftware (Office-Anwendungen, E-Mail-Clients etc.). Wie in Großbritannien sollten zunehmend die Fachverfahren, also die „Spezialsoftware“ der öffentlichen Verwaltung, betrachtet werden. Vergegenwärtigt man sich, dass eine durchschnittliche kommunale Verwaltung zahlreiche unterschiedliche Fachverfahren zur Bewältigung ihrer Aufgaben einsetzt, zusätzlich eine enorme Vielfalt der eingesetzten Verfahren (verbunden mit erheblichen Reibungsverlusten aufgrund mangelnder Standardisierung) existiert und schließlich viele Fachverfahren lediglich für einige wenige Anwendungsfälle im Jahr vorgehalten werden, wird das Einspar- und Modernisierungspotenzial schnell deutlich. Dennoch werden viele Fachverfahren speziell für einzelne Verwaltungen konzipiert, programmiert und nachfolgend gepflegt – und dies, obwohl identische Verwaltungsaufgaben erbracht werden. Diese Verfahren ließen sich über eine Cloud anderen Verwaltungen verfügbar machen. Das Prinzip ist, dass die Anbieter einen Standardservice bieten und die beschaffende Behörde selbst entscheidet, ob dieser Dienst seine Anforderungen erfüllt. In den meisten Fällen dürfte die Übertragung möglich sein – kommunale und behördliche Eigenheiten gilt es zu hinterfragen.

Teil 2: Eine G-Cloud für die öffentliche Verwaltung in Deutschland? Die Bundesregierung will ein Bundesrechenzentrum und eine "Bundescloud" errichten. Daher stellt der Behörden Spiegel in dieser neuen, losen Serie interessante Beispiele für IT-Konsolidierung und Cloud-Strategien vor.

Teil 2: Eine G-Cloud für die öffentliche Verwaltung in Deutschland?
Die Bundesregierung will ein Bundesrechenzentrum und eine „Bundescloud“ errichten. Daher stellt der Behörden Spiegel in dieser neuen, losen Serie interessante Beispiele für IT-Konsolidierung und Cloud-Strategien vor.

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IT-Beschaffung in drei Minuten

9. Juni 2015 · 1 Kommentar

Die britische G-Cloud: Marktplatz für Cloud-Lösungen

Das Interview führte Carsten Köppl

Britisch unbescheiden: “Wir wollten eine Revolution und keine Evolution”, sagte David Cotterill, ehemaliger stellvertretender Direktor “Strategic Change” im britischen Cabinet Office, auf dem diesjährigen Kongress “Effizienter Staat”. Cotterill war mitverantwortlich für die IT-Reform in Großbritannien, in dessen Zuge auch die “G-Cloud” eingeführt wurde. Ob die Revolution in der IT-Beschaffung gelungen ist, erläutert Cotterill im Interview.

Teil 1: Die britische G-Cloud. Die Bundesregierung will eine "Bundescloud" errichten. Daher stellt der Behörden Spiegel in dieser neuen, losen Serie interessante Beispiele für Cloud-Strategien vor.

Teil 1: Die britische G-Cloud.
Die Bundesregierung will eine „Bundescloud“ errichten. Daher stellt der Behörden Spiegel in dieser neuen, losen Serie interessante Beispiele für Cloud-Strategien vor.

Behörden Spiegel: Was ist die britische G-Cloud?

Cotterill: Der ursprüngliche Plan 2010 war es, ein Cloud-Zentrum in staatlicher Hand zu schaffen. Aber die Regierung erkannte schnell, dass es bereits einen sehr wettbewerbsintensiven privatwirtschaftlichen Cloud-Markt gab. Daher änderte sie die Strategie für die G-Cloud, hin zu einem Marktplatz, auf dem Cloud-Anbieter ihre Lösungen für die Verwaltung anbieten können.

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Zu groß für die Badewanne

3. Juni 2015 · 1 Kommentar

Kommentar: FIT oder K.O. - darum geht es am 17. Juni beim IT-Planungsrat

Autor: Carsten Köppl

Am 17. Juni steht “FITKO – Föderale IT-Kooperation” auf der Tagesordnung der Sommersitzung des IT-Planungsrates. Hinter den Kulissen wird noch gerungen, hauptsächlich um die finanzielle Verteilung und den künftigen Standort des Rates. Aber jedem Beteiligten muss jetzt klar sein: Es geht um die Zukunft des Gremiums! Eine Reform ist überfällig, zu mager ist die Bilanz der letzten vier Jahre.

Nicht die Idealvorstellung einer öffentlichen Infrastruktur. Foto:BS/pixabay, AndreasLinden

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E-Government hat seine Versprechen noch nicht eingelöst

19. Mai 2015 · Keine Kommentare

Interview mit Dr. Shauneen Furlong, Universität Toronto anlässlich der CeDEM15

Das Interview führte Malgorzata Goraczek

Goraczek: Ihre Keynote anlässlich der CeDEM15 hat den Titel „International Challenges to Transformational eGovernment“ – die Herausforderungen des internationalen Wandels von E-Government beleuchten Sie in Ihren derzeitigen Untersuchungen. Warum beschäftigen Sie sich mit diesem Thema?

Furlong: Die Einführung des E-Government versprach die Chance auf Belebung und Modernisierung der öffentlichen Verwaltung – Stärkung und Verbesserung der Dienstleistungen für BürgerInnen, Wirtschaft und Regierungen, aber auch das Schaffen einer anregenden Arbeitsumgebung. Weltweit haben sich Länder intensiv mit der Umsetzung und dem Einsatz von Technologien in diesem Zusammenhand beschäftigt, sich gegenseitig vorangetrieben um die demokratische Teilnahme, den sozialen Frieden und die wirtschaftliche Nachhaltigkeit zu verbessern. Der erhoffte Erfolg konnte bisher nicht erreicht werden, tatsächlich beschränkte sich der Fortschritt primär auf Verwaltungstransaktionen. Ich wollte wissen warum und was getan werden kann um das volle Potential des E-Government auszuschöpfen.

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Einzelne Leuchttürme im Dunkeln

14. April 2015 · 1 Kommentar

Open-Data-Map gibt Überblick über kommunale Open-Data-Aktivitäten / Weiterführung gefährdet

Autor: Prof. Dr. Herbert Kubicek
Das Open Data Angebot von Kommunen war bisher wenig transparent. Im Projekt www.open-data-map.de wurden mit großem Aufwand rund 9.000 Datensätzen von rund 170 öffentlichen Stellen zusammengetragen. Erstmals kann recherchiert werden, welche Kommunen zu einem bestimmten Thema welche Daten anbieten. Das Projekt ist beendet und niemand will die Fortschreibung finanzieren.

171 aus über 11.000: Mit der Open Data Map wurde erstmals ein deutschlandweiter Gesamtüberblick über kommunale Open Data Aktivitäten vorgelegt. Quelle:www.open-data-map.de

171 aus über 11.000: Mit der Open Data Map wurde erstmals ein deutschlandweiter Gesamtüberblick über kommunale Open Data Aktivitäten vorgelegt. Quelle:www.open-data-map.de

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39 Länder – ein Portal

9. März 2015 · Keine Kommentare

Das paneuropäische Open-Data-Portal entsteht in Berlin

Von Carsten Köppl

Die EU will einen europaweiten, einheitlichen “digital single market” schaffen. Ein wichtiger Baustein dieses Vorhaben wird in Berlin realisiert: Fraunhofer Fokus hat als Teil eines Konsortiums den Zuschlag zur Erstellung des paneuropäischen Open-Data-Portals erhalten. Carsten Köppl sprach mit Jens Klessmann, Fachgruppenleiter bei Fraunhofer Fokus, über die technische Realisierung des Portals, die Lizenzfrage und wie schwierig es ist,  unterschiedliche und mehrsprachige Metadaten zu harmonisieren.

Jens Klessmann, Fachgruppenleiter bei Fraunhofer Fokus, wird maßgeblich am Aufbau des paneuropäischen Open-Data-Portals mitarbeiten. Foto: BS/Dombrowsky

Jens Klessmann, Fachgruppenleiter
bei Fraunhofer Fokus,
wird maßgeblich am Aufbau
des paneuropäischen
Open-Data-Portals mitarbeiten. Foto: BS/Dombrowsky

 

Behörden Spiegel: Fraunhofer Fokus hat als Teil eines Konsortiums den Zuschlag zum Aufbau eines pan-europäischen Open-Data-Portals erhalten. Was umfasst dieses Projekt?

Klessmann: Ziel des Projektes ist es, dazu beizutragen den europäischen digitalen Markt weiter zu vereinheitlichen, also den “digital single market”.   Das Projekt besteht aus drei großen Komponenten. Dies ist, neben dem paneuropäischen Open-Data-Portal, vor allem die Unterstützung öffentlicher Stellen bei der Bereitstellung von Daten durch Schulungsangebote, zum Selbststudium als Onlinekurse und in Form von Präsenzveranstaltungen. Auf der anderen Seite wird auch die Weiterverwendung von Daten unterstützt und gefördert, indem Hilfsangebote für Start-ups und andere  Organisationen angeboten werden. Wir sind für den Aufbau des paneuropäischen Daten-Portals verantwortlich, wo wir als Fraunhofer Fokus unsere Expertise aus verschiedenen Open-Data-Portalen auf lokaler, föderaler und nationaler Ebene einbringen.

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Die neuen „Stadtmechaniker“

5. Februar 2015 · Keine Kommentare

Wie Innovationslabore Städten helfen können

Von Dr. Marcus Dapp*

„Mayor Tom Menino“ war von 1993 bis 2014 Bürgermeister von Boston (MA) und ist damit der am längsten regierende Bürgermeister der Stadt. Ein wichtiger Grund der gewonnenen Wiederwahlen ist vermutlich, dass er als sehr bürgernahes Stadtoberhaupt bekannt war. Eine repräsentative Umfrage des Boston Globe ergab, dass er 50 Prozent der Bevölkerung im Laufe seiner langen Amtszeit einmal die Hand schüttelte. Tom Menino war beliebt, weil er die Sorgen und Probleme seiner Bürger ernst nahm, sich selbst ein Bild vor Ort machte – und ohne zu zögern politisch tätig wurde, wenn es notwendig war. Dieselbe Zeitung betitelte ihn deswegen einmal den „Stadtmechaniker von Boston“ („urban mechanic“).
Dieser vermutlich nicht ganz nett gemeinte Titel blieb haften und wurde 2010 Namensgeber für eine Einrichtung in Boston, die pionierhaft in der Open Government und digitalen Bürgerbeteiligungsbewegung bezeichnet werden kann – dem Mayor’s Office of New Urban Mechanics (MONUM). Obwohl Bürgermeister Menino nichts von Technologie verstand, war er doch weitsichtig genug, eine kleine Gruppe neuer Leute einzusetzen und ihnen den notwendigen Freiraum zu geben, um neue, innovative Ansätze – die bis dahin eigentlich nur aus der Web2.0-Startup-Szene bekannt waren – in einer Stadtverwaltung zu ermöglichen. Menino gründete buchstäblich ein Innovationslabor inmitten einer Stadtverwaltung, welches Experimentieren darf, ohne Berührungsängste und Kooperationen mit allerlei externen Einrichtungen eingeht und vor allem – die alle neuen Ansätze nutzt, um digital mit den Bürgern in Kontakt zu kommen und gemeinsam neue Lösungen für die Herausforderungen der Stadt zu finden.

Die App "City Worker" für Android Smartphones vernetzt die Mitarbeiter der Stadt Boston. In der ersten Version wurden Baumpfleger vernetzt. Auf einer Karte sehen die Mitarbeiter, wo ihr nächster Einsatzort ist und auf Fotos (von den Bürgern gemacht, die über eine andere App die Stadt auf solche Schäden hinweist) können sie sich schon ein Bild vom Ausmaß der Schäden machen. Foto: New Urban Mechanics, unter: http://newurbanmechanics.org/project/city-worker-app/

Die App „City Worker“ für Android Smartphones vernetzt die Mitarbeiter der Stadt Boston. In der ersten Version wurden Baumpfleger vernetzt. Auf einer Karte sehen die Mitarbeiter, wo ihr nächster Einsatzort ist und auf Fotos (von den Bürgern gemacht, die über eine andere App die Stadt auf solche Schäden hinweist) können sie sich schon ein Bild vom Ausmaß der Schäden machen. Foto: New Urban Mechanics, unter: http://newurbanmechanics.org/project/city-worker-app/

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