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Open Blog- das Blog ist eröffnet

April 26th, 2010 · 2 Kommentare

Autor: Prof. Dr. Jörn von Lucke

Leicht bedienbare Web 2.0-Angebote wie Blogs, Twitter, Wikis, Podcasts und soziale Netzwerke werden den öffentlichen Sektor nachhaltig verändern. Der neue Staatsmodernisierungsblog des Behörden Spiegels wird dazu wesentliche Impulse liefern, geht es doch um das Überdenken aktueller und das Vordenken neuer Entwicklungen. Dabei sind aber nicht nur Beiträge der Redaktion und der Autoren gefragt. Blogs öffnen sich auch ihrer Leserschaft, indem die Leser Beiträge direkt kommentieren, bewerten und an Interessierte weiterleiten können. Mit diesem neuen Portal government2020.de öffnet sich aber nicht nur der Behörden Spiegel. Zugleich trägt der Verlag aktiv dazu bei, dass aktuelle Themen ergebnisoffener kommentiert, diskutiert und so von Außen auch neue Impulse in die Verwaltung hineingetragen werden.

Die behutsame Öffnung von Staat und Verwaltung gegenüber der Bevölkerung, der Wirt-schaft und der Presse kann zu mehr Transparenz, zu mehr Teilhabe, zu einer intensiveren Zusammenarbeit, zu mehr Innovation und zu einer Stärkung gemeinschaftlicher Belange beitragen. Im angelsächsischen Sprach¬raum hat sich für diese Entwicklung, die besonders von den Web 2.0-Technologien geprägt wird, die Bezeichnung „Open Government“ durchgesetzt. Offenheit, Transparenz, Partizipation, Kollaboration, Innovation, Öffnung, Offenheit, frei verfügbare Daten, offene Standards und Schnittstellen sowie quelloffene Software prägen diesen kulturellen Wandel, der durch ein stärker partnerschaftlich orientiertes Verhältnis vom Staat zu den Bürgern geprägt ist und mit dem weiteres Vertrauen aufgebaut werden kann.

Blogs, Wikis, soziale Netzwerke – viele dieser neuartigen Mitmach-Technologien sind bereits technisch ausgereift. Selbst wenn diese derzeit noch nicht so richtig in die bisher gelebte Verwaltungskultur passen, können sie von jedermann verwendet und genutzt werden. Bei aller Euphorie, die sich aus den heute schon verfügbaren technischen Möglichkeiten für eine partizipative Bürgergesellschaft ableitet, muss sich die öffentliche Verwaltung selbst auch mit diesen neuen Herausforderungen auseinandersetzen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass über Government 2.0 ausschließlich technisch diskutiert wird, ohne Verwaltungsspitzen und Politiker einzubinden und so eine Unterstützung sicherzustellen. Gerade für Politik und Verwaltung, Bürgermeister und Gemeinderäte, Minister und Abgeordnete werden sich durch den Druck zur Öffnung in den kommenden Jahren die Rahmenbedingungen nachhaltig verändern. Zur Vorbereitung empfiehlt sich ein gemeinsamer, ergebnisoffener Dialog über künftige Formen des Regierens und Verwaltens. Sollen Politik und Verwaltung bei Bund, Ländern und Kommunen eingebunden werden, reichen die Aktivitäten einer Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages oder eines Nationalen IT-Planungsrats dazu alleine nicht mehr aus. Wir sollten uns alle gleichermaßen beteiligen können, wenn es um die künftige Gestaltung des Regierens und Verwaltens in unserem Land geht. Open Government eröffnet dazu neue und innovative Wege.

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Tags: IT / E-Government

2 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Karsten Wenzlaff // Apr 27, 2010 at 10:35

    Glückwünsch zu diesem interessanten Projekt und hoffentlich viele
    Leser.

    Karsten Wenzlaff
    Social Media Manager
    Berliner vorwaerts Verlagsgesellschaft mbh
    http://www.vorwaerts.de

  • 2 Stefan Schoenfelder // Mai 16, 2010 at 08:34

    In vielen Großstädten und Kreisverwaltungen wird über Government 2.0 nicht mehr ausschließlich „technisch diskutiert, ohne Verwaltungsspitzen und Politiker einzubinden und so eine Unterstützung sicherzustellen.“ Oberbürgermeiste und Landräte haben die Chancen des Government 2.0 längst erkannt. Notwendig für den nachhaltigen Erfolg von Government 2.0 ist aber die Einbindung und Überzeugung der mittleren Führungsebene der Behörden.

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